Deutsche Cannabis-Plantagen stehen fest – reichen aber nicht aus

24.05.2019 | Dr. Stefan Stromeier
Stromeier

Dr. Stefan Stromeier
Senior Consultant

Die Weichen für einen Anbau von Cannabis in medizinischer Qualität in Deutschland sind gestellt. Die Cannabis-Agentur des BfArM hat drei Produzenten eine Gesamternte von 2,6 Tonnen medizinischem Cannabis pro Jahr zugestanden. Gewinner des Losverfahrens sind neben einem deutschen Start-Up-Unternehmen (Teil eines kanadischen Joint-Ventures) zwei deutsche Tochterunternehmen kanadischer Cannabishersteller, die ihre Expertise nun auch in Deutschland nutzen werden. Doch die deutsche Produktionsmenge wird bei Weitem nicht ausreichen, um den tatsächlich abschätzbaren Bedarf zu decken, wie schon jetzt absehbar ist. Somit wird Deutschland noch auf längere Sicht auf den Import angewiesen sein - von einem Exportgeschäft von „Cannabis Made in Germany“ ganz zu schweigen.

Exponentielles Marktwachstum

Seit medizinisches Cannabis per Betäubungsmittel-Rezept verschreibbar geworden ist, wächst der Markt exponentiell, und ein Ende ist längst nicht absehbar. Und um Cannabis als seriöses evidenzbasiertes Arzneimittel zu etablieren, wird parallel intensiv u.a. an Wirkung, Wirksamkeit, Nebenwirkungen, therapeutischem Potential, (neuen) Indikationsbereichen und Darreichungsformen geforscht.

Auf Seiten der Anbauer und Extrakthersteller ist es sicher kein Zufall, dass die Lose an Unternehmen mit kanadischen Wurzeln und Erfahrung im Cannabis-Anbau gingen. Der deutsche Branchenpionier Bionorica hat kürzlich diese Unternehmenssparte verkauft - an ein kanadisches Unternehmen. Wie sich der Markt und die Rohstoffpreise entwickeln werden, hängt auch von zukünftigen politischen Entscheidungen ab.

Marktexperten prophezeien trotzdem bereits, dass die zugestandenen Erntemengen in Deutschland den rasant wachsenden Bedarf nicht decken können. Denn mehr als maximal 2,6 Tonnen deutsches Cannabis pro Jahr werden nicht zur Verfügung stehen. Und auch das erst ab Ende 2020. Denn die deutschen Plantagen sind aktuell noch im Bau, und die Pflanzen müssen erst einmal wachsen, geerntet und verarbeitet werden.

Cannabis-Import bleibt notwendig

In der Fortschreibung der Statistik aus den letzten beiden Jahren ist absehbar, dass der Bedarf diese zulässige deutsche Erntemenge schon bald übersteigt. Der Import speziell nach Deutschland und allgemein in die Europäische Union (EU-Import) bleibt also weiterhin Thema. Und das nicht nur für Pharma-Unternehmen, sondern auch für Hersteller von Gesundheitsprodukten, die diesen Wachstumsmarkt ebenfalls besetzen wollen.

Wir bei Diapharm begleiten aktuell zahlreiche Unternehmen mit Beratung und Umsetzung hinsichtlich

  • EU-Import,
  • GACP/GMP-Konformität,
  • Lagerung,
  • Analytik,
  • Inverkehrbringen nach Maßgabe des BtMG,
  • GDP-Richtlinien sowie
  • GAP-Analysen – Verkehrsfähigkeit als Gesundheitsprodukt.

Denn der Wirkstoff Cannabis lässt sich nicht mit anderen pflanzlichen Arzneimitteln vergleichen. Das deutsche Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und die dazugehörigen Sicherungsrichtlinien bilden strenge Auflagen, unter anderem eine Importerlaubnis der Überwachungsbehörden der Ursprungsländer, eine weitere Importerlaubnis nach deutschem BTM-Recht und eine spezielle Import-Analytik. Hier ist also spezialisiertes Know-how erforderlich. Hinzu kommt, dass sich Unternehmen, die am Cannabis-Boom teilhaben möchten, auch auf sich ändernde regulatorische und gegebenenfalls politische Anforderungen kurzfristig reagieren müssen. Wir bei Diapharm helfen dabei. Sprechen Sie uns an!

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