Diapharm gibt Arbeitshilfe für die "frühe Nutzenbewertung" heraus

Mit dem AMNOG-Monitor stellt der Pharma-Dienstleister Diapharm (www.diapharm.de) erstmals eine umfassende Analyse der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln vor. Die Arbeitshilfe soll Entscheidern aus dem Bereich Market Access, Pricing & Reimbursement in Industrie, Kassen und Verbänden einen systematischen Blick auf die Arbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ermöglichen. Erstellt und kontinuierlich aktualisiert wird die quantitative und qualitative Analyse der G-BA-Beschlüsse und der Preisvereinbarungen von Dr. Johannes Hankowitz (Institut für Pharmakologie und präventive Medizin, München) und Dr. med. Olaf Pirk (Olaf Pirk Consult, Nürnberg).

Kontinuierliche Analyse aller IQWiG-Bewertungen, G-BA-Beschlüsse und Preisvereinbarungen

Mit dem AMNOG, dem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts, ist die Nutzenbewertung zum entscheidenden Faktor für die Preisbildung von Arzneimitteln geworden. Aber je mehr Produkte das Verfahren durchlaufen, desto schwieriger wird es, den Überblick über die Bewertungspraxis des IQWiG und die Entscheidungspraxis des G-BA zu behalten“, erläutert Fachapotheker und Diapharm-Geschäftsführer Ralf Sibbing. Auch Diapharm selbst erarbeitet im Auftrag pharmazeutischer Unternehmen Dossiers zur frühen Nutzenbewertung. Eine systematische Aufarbeitung aller Ergebnisse und Preisvereinbarungen sei mittlerweile überfällig, erklärt Ralf Sibbing: „Bereits jetzt liegen fast 40 Beschlüsse vor, aus denen Fachleute eine ganze Reihe von Erkenntnissen für laufende und zukünftige Verfahren ziehen können – nicht zuletzt für die gerade aufgerufenen Produkte aus dem Bestandsmarkt.“

Erste Bestandmarkt-Arzneimittel zur Nutzenbewertung aufgerufen

Seit Januar 2011 müssen Arzneimittelhersteller den „patientenrelevanten Zusatznutzen“ ihrer Arzneimittel gegenüber einer „zweckmäßigen Vergleichstherapie“ nachweisen, die vom G-BA festgelegt wird. Waren zunächst nur Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen betroffen, hat der G-BA am 18. April 2013 gleich sechs Wirkstoffgruppen aus dem Bestandsmarkt aufgerufen, in den kommenden Monaten entsprechende Nutzendossiers einzureichen. Auch bereits bewertete Arzneimittel mit neuen Indikationsgebieten werden wieder bewertet. Die Arzneimittelhersteller müssen dabei die Ergebnisse klinischer Studien nach G-BA-Vorgaben aufbereiten. Dieses wird dann vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) geprüft und vom G-BA bewertet.

Vom Ergebnis der Bewertung hängt die Höhe der Kostenerstattung durch die Krankenkassen ab: Erkennt der G-BA keinen Zusatznutzen an, werden höchstens die Kosten erstattet, die auch für die zweckmäßige Vergleichstherapie anfallen. Das Verfahren soll die Aufwendungen für Arzneimittel deutlich reduzieren: Die gesetzlichen Kassen hoffen dadurch auf Einsparungen von rund 1,8 Milliarden Euro – pro Jahr. 

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